Besuch des CA der Kardiologie in der SHG "Muskelkranker"

 

Nachdem wir uns auf einer unserer letzten Versammlung mit der neurologischen Seite unserer Muskelerkrankungen befaßt hatten, besuchte uns am 25. 06. der Chefarzt der Kardiologie des DRK Krankenhauses Luckenwalde, Herr  Dr. Merz.

 

Es gibt Unterformen von Muskelerkrankungen, bei denen nicht nur die Muskulatur der Arme, der Beine und des Rumpfes, sondern auch die des Herzens mitbetroffen sein kann. So weisen nach bisherigen Studien u. a. ca. 70 % der Patienten mit der Muskeldystrophie Typ Becker- Kiener eine Herzbeteiligung auf. Aber auch für alle anderen in der Gruppe gilt das "allgemeine Lebensrisiko". In der Bewältigung des z. T. schwierigen Alltags sind leider Überlastungen nicht auszuschließen und zu vermeiden.

 

CA Dr. Merz erklärte uns, nachdem sich die einzelnen Gruppenmitglieder mit ihrer Unterform kurz vorgestellt hatten, einfühlsam die wichtige Bedeutung einer rechtzeitigen Erkennung und frühzeitigen Behandlung einer Herzbeteiligung bei Patienten mit Muskeldystrophien. Die Erkrankung des Herzmuskels äußert sich in einer zunehmend fortschreitenden Vergrößerung und der Pumpschwäche des Herzens, die zunächst gar nicht oder erst bei körperlicher Belastung als Luftnot und Abgeschlagenheit bemerkt wird.

 

Er erklärte uns aber, dass im Gegensatz zur Skelettmuskulatur, die Erkrankung des Herzmuskels medikamentös gut behandelbar ist. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (EKG, Echokardiographie, Laboruntersuchungen) sind deshalb für uns besonders wichtig. Diese Möglichkeiten wurden und werden nach einer kurzen Befragung der Gruppe bei den verschiedensten Ärzten und Kliniken ambulant und stationär genutzt. Es bestehen auf diesem Gebiet also Behandlungsmöglichkeiten, was für die Betroffenen doch beruhigend ist.

 

Viele Fragen wurden noch gestellt und von CA Dr. Merz beantwortet. In so einem Rahmen können komplizierte Zusammenhänge ausführlicher besprochen werden als in knappen Sprechstundenzeiten. Vorbeugung, die verschiedenen ärztliche Untersuchungen, allgemeines Gesundheitsverhalten, Medikamente, Verhalten im Notfall u. v. m. waren noch unsere Themen.

 

Wir bedanken uns bei dem Chefarzt der Kardiologie unseres Krankenhauses für seinen Besuch und seine informativen Ausführungen.

 

Dieses Jahr besteht die "Muskelselbsthilfegruppe" 9 Jahre und trotz des großen Landkreises mit den entsprechenden Entfernungen und den verschiedensten Krankenheitsverläufen sind wir zu einer "eingeschworenen Gruppe" geworden, die kontinuierlich gewachsen ist.

 

B. Nitsche

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